Berufswege eröffnen – Teilhabe organisieren – Zukunft gestalten

Fachtagung zum 20jährigen Bestehen des BTZ

Am Vormittag freuten wir uns über die freundlichen Grußworte von Staatssekretär Alexander Fischer und Sylvia Dünn, der stellvertretenden Geschäftsführerin der deutschen Rentenversicherung Berlin Brandenburg. Beide betonten die Wichtigkeit eines spezifischen Angebots für Menschen mit psychischen Einschränkungen, die auf den ersten Arbeitsmarkt zurückkehren wollen. Dabei ist die regelmäßige Beschäftigung nicht nur als Herausforderung für die Belastbarkeit zu werten, sondern regelmäßige Anforderungen tragen auch zu einer Stabilisierung des gesundheitlichen Zustands bei.

Heiko Kilian von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Beruflichen Trainingszentren (BTZ) stellte in seinem Vortrag anhand der Auswertung von Befragungen dar, dass die Integration in Arbeit oder der Beginn einer Qualifizierung nach einer Hilfe im BTZ für den großen Teil der Teilnehmer erreicht werden kann. Teilnehmer berichteten, dass sich ihr persönliches Wohlbefinden insgesamt gebessert hat.

Am Nachmittag trugen weitere Referenten ihre Gedanken zur Diskussion bei.
So stellte Prof. Dr. Michael Linden von der Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation der Charité entgegen der Überlegungen am Morgen, dass psychische Erkrankungen zunähmen, beispielsweise die These auf, dass es diesen Zuwachs nicht gebe. Tatsächlich sinke die Quote der Arbeitsunfähigkeit insgesamt. Dass es mehr Diagnosen aus psychischen Gründen gebe, könne auch positiv im Sinne von größerer Aufmerksamkeit auf Seiten der Ärzte für die Betroffenen gedeutet werden. Er sagte außerdem, dass mit zunehmender Komplexität der täglichen Arbeitsanforderungen zu erwarten steht, dass heute auch leichtere psychische Einschränkungen zu Schwierigkeiten bei der Arbeit führen können.

Im Rahmen beruflicher Rehabilitation ist es wichtig, die Rehabilitanden mit ihren individuellen Bedürfnissen zu sehen, führte Prof. Dr. Thomas Gericke von der Universität Magdeburg vom Lehrstuhl für Soziale Integration und berufliche Rehabilitation aus. Das etablierte System beruflicher Rehabilitation bietet viel Erfahrung und einen sicheren Rahmen. Aber es bestehe auch das Risiko, die Anliegen von Rehabilitanden den bestehenden Hilfen anzupassen. Wünschenswert ist es, individuelle Lösungen gemeinsam mit den Rehabilitanden zu finden.

 

Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangte auch die Diskussionsrunde „First train then place – oder andersherum?“. Entscheidend ist weniger die Wirksamkeit einzelner Maßnahmen, denn sowohl berufliches Training als auch Integrationsmaßnahmen haben sich in der Vergangenheit als Erfolg erwiesen, als die Passung des Angebots zu den Bedürfnissen und der Motivation der Teilnehmenden.
Es diskutierten Prof. Dr. Katharina Stengler von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, Walter Krug von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke und Dr. Reinald Faß als stellvertretender Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Beruflichen Trainingszentren. Deutlich wurde auch, dass der Austausch zwischen medizinischer und beruflicher Rehabilitation noch verstärkt werden sollte, um den Übergang von einem System in das nächste für Rehabilitanden zu erleichtern.

Nicht zuletzt rückte der Workshop zur Förderung der Gesundheitskompetenz einen unverzichtbaren Anteil des beruflichen Trainings in den Mittelpunkt und ermöglichte einen Einblick in die praktische Arbeit des BTZ.

Das BTZ wird auch zukünftig ein Forum für den anspruchsvollen fachlichen Austausch bieten, um sich den verändernden Rahmenbedingungen zu stellen und passgenaue Hilfen bereit zu halten.

 

Hier die Präsentation von Herrn Dr. Faß zum Herunterladen:

 

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